Bedrohung der Menscherechte durch Big Tech

Die digitale Infrastruktur der Welt liegt in den Händen einiger weniger Konzerne: Die Bürger*innen, die demokratischen Institutionen, die Wirtschaft und auch die kritische ­Zivilgesellschaft sind von denselben Unternehmen abhängig, die bestimmen, wie wir uns ­informieren, wie wir uns austauschen, welche Ideen sich verbreiten.

Das Geschäftsmodell der Big Tech Google, Meta, Amazon, Microsoft, Apple, ist eine Überwachungswirtschaft, die auf der Auswertung und Verwertung öffentlicher und privater Daten beruht. Als Nutzer*innen haben wir wenig Einfluss darauf. Diese Datensammlung ist unvereinbar mit dem Recht auf Privatsphäre, freier Meinungsbildung und letztendlich mit der Menschenwürde. Die algorithmischen Empfehlungssysteme können für marginalisierte Communities verheerende Folgen haben. Sie verstärken nachweislich schädliche Inhalte – wie bei der Rohingya-Verfolgung in Myanmar und dem Krieg in Tigray dokumentiert.

Die enorme wirtschaftliche Macht einzelner Akteure des Silicon Valleys, meist Vertreter eines libertären Autoritarismus, gefährdet Rechtsstaatlichkeit und Demokratie selbst in der EU. Die Abhängigkeit von US-Sytemen (Finanzwelt, Cloud-Dienste, Plattformen) macht Staaten erpressbar. Das IStGH-Beispiel (Internationaler Strafgerichtshof) zeigt: Microsoft sperrte nach US-Sanktionen die E-Mail-Konten des Chefanklägers Karim Khan.

In der Veranstaltung sollen die Herausforderungen für die Menschenrechte aufgezeigt werden. Die Fragestellung: Können Regierungen und Zivilgesellschaft diese Übermacht noch brechen? Können wir uns und die Menschenrechte schützen?

Weitere Information zum Thema

Auf dem Podium:

  • Prof. Dr. Martin Andree – Medienwissenschaftler Universität Köln
  • Irmhild Bauer – Amnesty International
  • Prof. Dr. Stephan Herzberg – Hochschule Sankt Georgen
  • Axel Stolzenwaldt – Chaos Computer Club Frankfurt
  • Moderation: Brigitte Looß – Amnesty International