Buchmesse 2019 – Veranstaltungen Amnesty International

Amnesty-Bus auf der Agora

Freitag, 18. 10. 2019

14 Uhr:
Deniz Yücel arbeitete als Korrespondent der „Welt“ in Istanbul als er im Februar 2017 wegen angeblicher „Terrorpropaganda“ aufgrund seiner regierungskritischen Artikel für ein Jahr inhaftiert wurde ohne, dass eine Anklage gegen ihn erhoben wurde. Zwar ist er im Februar 2018 frei gekommen, aber der Prozess gegen ihn ist immer noch anhängig.
Gespräch/Interview: Deniz Yücel im Gespräch mit Monika Wittkowsky (Amnesty International)

16 Uhr:
Baris Ince ist ein türkischer Journalist und Buchautor. Seine Bücher „Celiski“ (Widerspruch) und „Sarsitini“ (Erschütterung) verkauften sich gut.  Wegen eines Artikels in dem es um Korruptionsvorwürfe gegen die AKP Regierung ging, würde er wegen Präsidentenbeleidigung zu 21 Monaten Haft verurteilt. Das Rechtsmittelverfahren läuft noch. Bis vor einem Monat war er ein Stipendiat der Stiftung für politisch Verfolgte in Hamburg. Nun lebt er wieder in der Türkei, denn er will in seinem Land etwas bewirken.
Gespräch über die sozialen und politischen Entwicklungen in der Türkei.
In englischer Sprache – Gespräch/Interview: Baris Ince im Gespräch mit Barbara Cannawurf (Amnesty International)

Samstag, 19. 10. 2019

11 Uhr:
Aus Heike Rittels: „Lasst uns reden – Frauenprotokolle aus der Colonia Dignidad“
Die Colonia Dignidad war eine deutsche Sektensiedlung in Chile.
Vor etwa 40 Jahren machte die Frankfurter Amnesty-Chile-Koordinationsgruppe den Skandal um das Folterlager öffentlich und führte die ersten Interviews mit den Colonia-Dignidad-Flüchtlingen. Die Frauenprotokolle handeln von der Unterdrückung der Frauen dort. Sie wurden erniedrigt und misshandelt. Sie wurden zu Arbeitstieren in einem Sklavenstaat getrimmt. „Wir bleiben die kleinen Putzlappen“, sagte eine von ihnen.
Gespräch mit dem damaligen Chile-Experten: Dieter Maier, Lesung NN (Amnesty International)

14 Uhr:
Das Projekt „Wahrheitskämpfer – Portraits ermordeter und verfolgter Journalisten“
„Remember their Faces, remember their Stories“
Der Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 ließ die Comiczeichnerin Susanne Köhler aus Frankfurt dieses Projekt ins Leben rufen. Es entstand eine immer weiter wachsende Online-Gedenkausstellung. Inzwischen haben sich schon über 30 Künstler aus aller Welt mit mehr als 200 gemalten und gezeichneten Portraits an diesem Mahnmal der Pressefreiheit beteiligt. Die Ausstellung wurde schon an vielen Orten international präsentiert.
Gespräch/Interview:  Christine Krahe, Illustratorin aus Oberursel und Susanne Köhler, Grafikerin aus Frankfurt, im Gespräch mit Wolfgang Peikert (Amnesty International)

Sonntag, 20. 10. 2019

11 Uhr:
Humayra Bakthiyar ist eine preisgekrönte Journalistin aus Tadschikistan, die jahrelang über Versäumnisse des Parlaments berichtete, bis sie so massiv von der Geheimpolizei unter Druck gesetzt wurde und man versuchte sie zu entführen, dass sie in Deutschland ins Exil ging. Aber auch hier kann sie nicht frei ihre Meinung äußern, weil ihre Familienangehörigen vom Geheimdienst bedrängt werden.         Gespräch/Interview:  Humayra Bakthiyar   im Gespräch mit Petra Loebel (Amnesty International)

12.30 Uhr:
Rights at stake in Bangladesch
Hana Shans Ahmed arbeitet als Anthropologin an der kanadischen York University. Sie ist eng mit der indigenen Bevölkerung in den Chittagong Hill Tracts (Bangladesch) verbunden, war ab 2009 Geschäftsführerin der International Chittagong Hill Tracts Commission.
Jyotirmoy Barua ist Anwalt am Supreme Court in Bangladesch. Immer wieder vertritt er dort Nichtregierungsorganisationen, Journalisten, Blogger und andere Menschenrechtsverteidiger gegen staatliche Willkür, darunter zuletzt auch den bekannten Fotografen Shahidul Alam.
In englischer Sprache
Amnesty International erachtet beide als  Menschenrechtsverteidiger­­*Innen. Sie werden interviewt von Bernhard Hertlein und Barbara Erbe (Amnesty International)

15 Uhr:
Aus Raif Badawi „ 1000 Peitschenhiebe: Weil ich sage, was ich denke.
Raif Badawi hatte die Website „Saudi-Arabische Liberale“ gegründet und auf dieser Plattform zum öffentlichen Meinungsaustausch aufgefordert. Trotz internationaler Proteste sitzt er seit seiner Verurteilung zu zehn Jahren Haft, 1000 Stockhieben und einer hohen Geldstrafe seit über sieben Jahren hinter Gittern. Derzeit befindet sich auch seine Schwester Samar, eine bekannte Frauenrechtlerin, in Haft.
Lesung: Alice von Lindenau, Schauspielerin / Wolfgang  Peikert (Amnesty International)